2017

Eiko Gröschl

rolling dice on a corner

curated by Ute Burkhardt & Lisa-Marie Meier

Malerei der Suspense 

Eiko Gröschls Werke berühren und erzeugen gleichzeitig eine innere Anspannung. Diese wird sich bei längerer Betrachtung nicht auflösen. Seine Bilder wirken melancholisch, still und geheimnisvoll (nach). Gröschls Werk lässt sich mit dem Begriff „Suspense“ fassen. Es ist die Erwartung auf das Auftreten eines dennoch unerwarteten Geschehnisses. Gröschl stößt allerdings einen Keil zwischen dem erzählerischen und unsichtbaren Konzept und befreit dadurch das dargestellte Bild von seiner Abbildung. Seine Motive sind schematisch reduziert und stellen gewöhnliche Alltagshandlungen und Szenerien dar. Dabei wiederholen sich die Sujets: eine Frau sitzend auf einer Bank, ein Mann mit Hund, eine Uhr, die fast sechs schlägt, ein auf dem See schwimmendes Ruderboot. Es sind Beobachtungen, die durch kleine Verschiebungen ins Absurde driften. Die dargestellten Menschen und Tiere wirken wie isolierte, selbstvergessene, verträumte Wesen, die Schauplätze wirklichkeitsfern. Die Konsequenz dieser Malerei entscheidet auch über die formalen und ästhetischen Ansätze, die auf viele Stilelemente der Avantgarden Expressionisten verweisen. Seine Sujets sind nicht Träger seiner malerischer Intention. Seine Vorstellungen sind von einer Stimmung gesteuert, deren Ausdruck sich in der Farbe findet. Mal dominieren dunkle und kräftige Farbtöne seine Bilder, die dick und flächig aufgetragen sind. Oder es sind helle Farben, die sich über die Leinwand streuen und Teile von ihr unbedeckt lassen, wodurch ein Schleiereffekt erzeugt wird, der sich sanft über die Szenen legt. Ohne Licht und Schatten wird das Surreale seiner Bilder betont. Diese naive Malweise, sowie die simple Raumaufteilung erzeugen Sympathie und Leichtigkeit. (Lisa-Marie Meier und Amer Abbas, 2017)

www.eikogroeschl.net

Eröffnung 2.3.2017, 19.00 Uhr/ Opening March 2, 7.00 p.m.

Dauer 2.3.2017 – 16.3.2017/ Duration March 2 – March 16

Anna Paul

Carta

curated by Antje Prisker & Ute Burkhardt

CARTA

Schon der Gedanke, dass ein Zufall am Anfang vieler Sammlungen steht, gibt einem ein gutes Gefühl. Wo Kenntnisse über Sammelgebiete und Gegenstände steigen, spricht man von einer Sammlung, denn Sammeln im Gegensatz zum Anhäufen bedeutet auswählen.
Populäre Sammelgebiete sind under anderen historische Aktien und Wertpapiere, Ansichtskarten, Anstecknadeln, Antiquitäten, Aufkleber, Autogrammkarten und viele mehr. Ich sammle Papier, sammle das Wissen und die Geschichte die es erzählt.

Die Idee zu „Carta“ steht am Anfang dieser Sammlung, die Idee aus den gesammelten Papieren ein blindes Buch mit verlaufenden Grammaturen zu machen. Speziell dafür suche ich seit langem rein weiße ungestrichene Papierbögen verschiedener Grammatur. Das Objekt ist nicht viel mehr als ein Block Papier, ein Musterbuch von Sorten die zu ihrem Ende gekommen sind. Die sich nun als Zeugen der Betriebe, die sie produzierten, zusammen finden. (Anna Paul, Feb. 2017)

CARTA

Thinking of coincidence as an initiator for many a collection makes one feel good. Where knowledge about specific areas and objects increases one speaks of a collection for collecting, as opposed to hoarding, means making choices. Popular collectibles are, amongst others, historical shares and bonds, postcards, pins, antiques, stickers, autographs and many more. I am collecting paper, the knowledge and the stories it holds.

The idea of binding the collected papers to a blind book with changing grains became the initial idea behind ‘Carta’. For this I have long been searching for brilliant white laid paper of different grain. The object displayed is little more than a block of paper, a sample book of discontinued lines, coming together to bear witness to the companies which produced them.  (Anna Paul, Feb. 2017)

www.annapaul.at

Eröffnung 16.2.2017, 19.00 Uhr/ Opening February 16, 7.00 p.m.

Dauer 16.2.2017 – 28.2.2017/ Duration Feb 16 – Feb 28