Karitatives Saufen für den Heimatschmutz
cordial invitation to all citizens
Zona Aperitivo, Mayergasse 1, 1020 Wien
Zeit: 14.12.2025, 14-18 Uhr
Die Ministerin für Heimatschmutz, Barbara Ungepflegt ist anwesend
Das Ministerialgebäude, eine eigens konstruierte Litfaßsäule, die der Ministerin Ungepflegt und ihrem Team am Keplerplatz (2019) für Audienzen und Staatsempfänge diente, soll in naher Zukunft in der Leopoldstadt einen neuen Standort bekommen.
Das Heimatschmutzministerium und ihr Expertinnenstab (fAN) verfolgen damit das Ziel, einen niederschwelligen Kommunikations- und Austragungsort für weltoffene Diskurse im 2. Bezirk zu etablieren; nicht zuletzt um Wien und seine internationalen Affäeren zu intensivieren.
Barbara Ungepflegt in Kooperation mit fAN
Wir danken Supersense und Cucina Itameshi für die Unterstützung
Mit Hanna Hollmann
Fotocollage: Marie Vermont


Musik von Kimyan Law “austroschwarz”
coming soon
encounter

Matthias & Maximillian Bernhard, Pressstück – Lebenbergtunnel_belebt, 2025
Matthias Bernhard & Maximillian Bernhard
Magazin Mayergasse: 1020 wien, Mayergasse 3
Kuratiert von Ute Burkhardt (fAN)
Eröffnung 13.09.2025, 17:00
Es spricht Dr. Andreas Spiegl
Ausstellung 13.09.2025 – 30.09.2025
Finissage 30.09.2025, 17:00
Nur durch eine konsequente Fokussierung auf das Motiv des Kontakts, auf die vielfältigen transkulturellen Austauschprozesse, transdiziplinäres Arbeiten sowie auf die Analyse ihrer Wechselbeziehungen lässt sich das in der Globalen Kunstgeschichte tief verankerte dichotome Strukturdenken aufbrechen. Begegnungen zwischen mindestens zwei Akteuren, die sowohl im Feld von Kooperation als auch von Konfrontation verortet sein können und aus künstlerischem wie politischem Interesse entstehen, eröffnen das Potenzial, die strikte Trennung zwischen westlichen und außereuropäischen (Kunst-)Geschichten zu relativieren.
Zentral ist daher die Frage, welche Motive und Bedingungen es Akteuren zu einem bestimmten Zeitpunkt ermöglichen, spezifische Denk- oder Handlungsweisen zu entwickeln, und inwiefern sie dadurch die ihren Subjektpositionen zugeordneten Denk- und Handlungsräume überschreiten können.
Begegnung von Sprachen.
Begegnung von Fläche und Raum.
Verbindung von Zeichnung und Skulptur.
Verbindung von Zwei- und Dreidimensionalität.
Plastischer Formbildungsprozess in der Fläche.
Verschiebung spezifischer Medienqualität.
Zusammenhang und Zerstörung.
Begegnung eines Brüderpaars.
Jenseits von Begrifflichkeit.
Autonomie der Bausteine.
Addition und Durchlässigkeit.
Umwandlung der Werkstoffe.
Methoden vergessen.
Disparate Zeitlichkeit.
Das Vorher und das Folgende.
Zugriffe und Relation.
Abdrücke nach Außen und Innen.
Inhaltliche Analogie.
Dinge vor der Sprache.
(Matthias Bernhard, 2025)
Die Brüder Matthias ( * 1985) und Maximilian ( * 1990) Bernhard wurden beide in Kitzbühel geboren.
Matthias ist Maler (Klasse Gunther Damisch, AdbK Wien), Max Bildhauer (Klasse Harald Klingelhöller, AdbK Karlsruhe).
Was beide verbindet, ist das Bekenntnis zu einer offenen Form und einem prozesshaften Arbeiten. Beiden geht es
um ein Aufheben von Grenzen. Gemeint sind einerseits die klassischen Gattungsgrenzen, andererseits aber auch jene
zwischen Kunst und Leben. (Dr. Günther Moschig)
https://matthiasbernhard.com/
https://www.maximilianbernhard.com/
Persona
Michael Baumgartner
Kuratiert von Ute Burkhardt-Bodenwinkler und
Peter Balogh
Magazin Mayergasse in Kooperation mit fAN
Eröffnung: 16.05.2025, 18:00
Es spricht Dr. Andreas Spiegl
Ausstellungsdauer 17.05.2025-07.07.2025
Finissage 07.07.2025, 18:00
18:00 Robert Pfaller spricht über “Das Lachen der Ungetäuschten”
19:00 Elisabeth Flunger Soloperformance mit Metallobjekten
20:00 Studio Visit Michael Baumgartner, Mayergasse 5

Personae
Persona kommt vom lateinischen per-sonare, durchtönen und bezeichnet eine Theatermaske im kultischen Theater. Diese ursprünglich griechischen Masken besitzen eine trichterförmige Mundöffnung, durch die gesprochen wird, daher personare.
Das Gesicht, lateinisch facies, so meine Behauptung, ist immer eine Maske.
So etwas wie das wahre Gesicht gibt es nicht. Immer spielen wir eine Rolle. Das Antlitz ist für uns Menschen wohl die interessanteste Oberfläche auf der Welt und stellt in der nonverbalen Kommunikation der Primaten sicher den wichtigsten Teil dar. Alle Emotionen werden vor allem durch das Gesicht ausgedrückt, sind in ihm zu lesen. Wir sind von Kleinkindesalter an geschult darin zu lesen.
Sehr schnell ziehe ich mit dem Pinsel ein Oval, setze mit hingeworfenen Tupfern Augen, Brauen und Nasenlöcher. Am schwierigsten ist der Mund, dabei kann am meisten schief gehen. Unglaublich, wieviel der Bruchteil eines Millimeters in den Mundwinkeln auf oder ab ausmacht. Diese Gesichter sind keine Portraits. Wie ein Gesicht am Ende aussieht, entwickelt sich im Prozess und ist nur begrenzt steuerbar. Ich versuche es zu lernen.
Der Blickwinkel auf die Gesichter wird nie verändert. Alle sind mehr oder weniger gleich und doch so verschieden. Stilisierte, stereotype Striche für Haare, männliche oder weibliche Frisur, entscheiden ob ein Mann oder eine Frau zu erkennen ist. Oft bleibt das auch unentschieden.
Die Anmutung dieser Gesichter, Personae, ist asiatisch, japanisch und das kommt nicht von ungefähr: Meine Tochter hat mir vor 2 Jahren zu Weihnachten ein japanisches Tuschmalerei Set geschenkt, mit Sumi-e Pinseln, Reibetusche und Sumipapier. Erst wußte ich nicht, was damit tun. Bald war ich bei Gesichtern und habe immer weiter gemacht. Diese Art der meditativen Wiederholung ist etwas spezifisch asiatisches, etwas, dem auch ich viel abgewinnen kann. In frühen Copy Art Versuchen habe ich mich schon darin geübt.
Auch in meinen partizipativen, performativen Spiegelskulpturen interessieren mich Gesichter, Blicke, das einander Wahrnehmen, einander Erkennen. Das Dialogische ist eine Grundkonstante in meinem Werk, das Gegenüber-Sein einer Person ist immer da.
Die Arbeit an diesen Personae sehe ich als meditative Übung. Ich habe in 2 Jahren mehr als 5000 von diesen Arbeiten gemacht und sehe ihre Herstellung immer noch als Übung. Laut Richard Sennet muss man sich 10 000 Stunden mit etwas beschäftigen, etwas tun, bis man es beherrscht. Aber darum geht es gar nicht. Es geht um Leichtigkeit, vielleicht um Eleganz, im schnellen Hinwerfen. Es bleibt ein Üben. Ich will nichts, jedenfalls nicht Meisterschaft. Dennoch bin ich sehr streng im Auswählen der Gesichter, die ich zeige. Es sind immer nur um die hundert Blätter. Dabei suche ich Unterschiede. Ich möchte ein breites Spektrum an Charakteren vorstellen. Es ist bisher vielleicht nur eine Handvoll wirklich berührender Zeichnungen entstanden. Und es ist immer der Zauber des Moments, wenn eine dieser besonderen, guten Arbeit entsteht, der mich antreibt weiter zu machen. Zen oder die Kunst des Gesichterzeichnens. (Michael Baumgartner, 2025)
Robert Pfaller
Robert Pfaller: Das Lachen der Ungetäuschten.
Die philosophische Würde der Komödie
Vortrag 07.06.2025 , 18:30
Kunstverein Magazin Mayergasse in Kooperation mit fAN
1020 Wien, Mayergasse 3

Das lachen der Ungetäuschten
Lachen, Humor, Komik: Das scheint nur dem Menschen eigen. So eigen, dass er daraus eine Kunstform machte – die Komödie. Doch was bringt uns zum Lachen und warum? Welche Rolle spielen das Politische, Gesellschaftliche, Anständige und Unanständige dabei? Was sagen Freud und Lacan dazu? Philosoph Robert Pfaller beschäftigt sich mit der Würde der Komödie und fragt nach dem Lachen der Ungetäuschten. Mit Hilfe von Filmen wie denen von Ernst Lubitsch oder Serien wie “Sex and the City” untersucht er den Zusammenhang zwischen Komödie und dem Unheimlichen, dem Materialismus, der Sexualität und Polygamie, erklärt, was das Unter-Ich damit zu tun haben könnte und wo das Genießen zu finden ist. Eine so überraschende wie unterhaltsame Theorie der Komödie.
Robert Pfaller, geboren 1962, studierte Philosophie in Wien und Berlin und ist nach Gastprofessuren in Chicago, Berlin, Zürich und Straßburg Professor für Philosophie an der Kunstuniversität Linz. Von 2009 bis 2014 war er Professor für Philosophie an der Universität für angewandte Kunst Wien. Zahlreiche Publikationen u.a. Erwachsenensprache. Über ihr Verschwinden aus Politik und Kultur (2017), Die blitzenden Waffen. Über die Macht der Form (2020). 2020 wurde ihm der Paul-Watzlawick-Ehrenring verliehen. https://www.robert-pfaller.com
Die Komödie handelt vom Gelingen des Großartigen.“ Robert Pfaller