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HANNA HOLLMANN

ZU HAUS

HANNA HOLLMANN

copyright Hanna Hollmann, 2026

Mayergasse 3, 1020 Wien
Zeit: 20.03.2026, 18:30 Uhr



Hanna Hollmann (*1980 in Eisenstadt) lebt und arbeitet in Wien. Sie studierte an der UdK in Berlin, an der Wimbledon School of Art in London sowie an der Universität für Angewandte Kunst in Wien Bühnenbild bei Bernhard Kleber und Malerei bei Christian Ludwig Attersee. Sie war Artist in Residenz in Sri Lanka, Indien, Colombo und Leipzig. Sie zeichnet für zahlreiche Publikationen verantwortlich und heimste für ihr Schaffen als Bildende Künstlerin und Bühnenbildnerin mehrere Auszeichnungen und Förderpreise ein. Mit Einzel- und Gruppenausstellungen in Wien, Berlin, Leipzig und Gmünd sowie durch ihre Zusammenarbeit mit Christoph Schlingensief und Elfriede Jelinek am Burgtheater Wien, als Kostümassistin zu “Saint Francoise d Ssisse“ von Olivier Messiaen an der Bayerischen Staatsoper München, als Assistentin an der Oper Zürich und als mehrmalige Mitarbeiterin des O.M. Theaters von Hermann Nitsch, hat sich Hanna Hollmann einen hervorragenden Namen als Künstlerin erarbeitet.

Spur, Linie und Herkunft

Zu den Arbeiten von Hanna Hollmann

Die Ausstellung „Zu Haus“ vereint Arbeiten von Hanna Hollmann mit Werken ihres Vaters Herbert Hollmann. Der Titel verweist dabei nicht nur auf einen biografischen Ort, sondern auf einen künstlerischen Zusammenhang: ein Umfeld, in dem Formen, Objekte und Denkweisen weitergegeben, verändert und neu interpretiert werden.

Ausgangspunkt vieler Arbeiten Hollmanns sind gefundene oder alltägliche Gegenstände. Diese dienen jedoch weniger als Motive im klassischen Sinne, sondern als Anlässe für einen zeichnerischen Prozess. Linien umkreisen Formen, untersuchen Details, lösen einzelne Elemente aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang. Das Objekt wird dadurch zugleich sichtbar gemacht und aufgelöst. In dieser Bewegung – hin zum Objekt und gleichzeitig weg von ihm – entfaltet sich die eigentliche Dynamik der Arbeit.

Zentral ist dabei die Linie. Sie fungiert nicht als Mittel der klaren Kontur, sondern als Instrument der Untersuchung. Hollmanns Striche wirken tastend und suchend; sie überlagern sich, werden erweitert, korrigiert oder teilweise ausgelöscht. Auf der Bildfläche entsteht so eine Struktur aus Spuren, in der verschiedene Momente des Entstehungsprozesses gleichzeitig präsent bleiben. Die Zeichnung erscheint weniger als abgeschlossenes Bild denn als Verdichtung mehrerer zeitlicher Schichten.

Eine besondere Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Serie. Wichtig ist nicht das einzelne, perfekte Blatt, sondern die Vielzahl möglicher Varianten. Durch Wiederholung und Variation nähert sich die Künstlerin ihren Motiven schrittweise an. Zeichnen wird damit zu einer Form des Denkens – zu einer Methode, Wahrnehmung zu präzisieren und zugleich offen zu halten.

Die in der Ausstellung präsentierten Objektkästen von Herbert Hollmann bilden dazu einen stillen Gegenpol. Sie versammeln Dinge, ordnen sie und machen sie als Elemente eines künstlerischen Systems sichtbar. In den Arbeiten der Tochter lösen sich einzelne Linien und Formen gleichsam aus dieser Ordnung heraus. Die Zeichnungen können so als Weiterführung, aber auch als Transformation eines künstlerischen Umfelds gelesen werden, in dem die Künstlerin aufgewachsen ist.

In dieser Verbindung von Objekt, Spur und Erinnerung entsteht ein offener Bildraum. Die Arbeiten erzählen keine eindeutigen Geschichten, sondern eröffnen Möglichkeiten des Sehens. Sie machen sichtbar, dass Wahrnehmung selbst ein Prozess ist – ein tastendes Annähern, in dem Formen, Erfahrungen und Erinnerungen immer wieder neu miteinander in Beziehung treten.


Hanna Hollmann in Kooperation mit fAN

Musik von Kimyan Law “austroschwarz”

coming soon

encounter

Matthias & Maximillian Bernhard, Pressstück – Lebenbergtunnel_belebt, 2025

Matthias Bernhard & Maximillian Bernhard

Magazin Mayergasse: 1020 wien, Mayergasse 3

Kuratiert von Ute Burkhardt (fAN)

Eröffnung 13.09.2025, 17:00
Es spricht Dr. Andreas Spiegl

Ausstellung 13.09.2025 – 30.09.2025
Finissage 30.09.2025, 17:00

Nur durch eine konsequente Fokussierung auf das Motiv des Kontakts, auf die vielfältigen transkulturellen Austauschprozesse, transdiziplinäres Arbeiten sowie auf die Analyse ihrer Wechselbeziehungen lässt sich das in der Globalen Kunstgeschichte tief verankerte dichotome Strukturdenken aufbrechen. Begegnungen zwischen mindestens zwei Akteuren, die sowohl im Feld von Kooperation als auch von Konfrontation verortet sein können und aus künstlerischem wie politischem Interesse entstehen, eröffnen das Potenzial, die strikte Trennung zwischen westlichen und außereuropäischen (Kunst-)Geschichten zu relativieren.

Zentral ist daher die Frage, welche Motive und Bedingungen es Akteuren zu einem bestimmten Zeitpunkt ermöglichen, spezifische Denk- oder Handlungsweisen zu entwickeln, und inwiefern sie dadurch die ihren Subjektpositionen zugeordneten Denk- und Handlungsräume überschreiten können.

Begegnung von Sprachen.

Begegnung von Fläche und Raum.

Verbindung von Zeichnung und Skulptur.

Verbindung von Zwei- und Dreidimensionalität.

Plastischer Formbildungsprozess in der Fläche.

Verschiebung spezifischer Medienqualität.

Zusammenhang und Zerstörung.

Begegnung eines Brüderpaars.

Jenseits von Begrifflichkeit.

Autonomie der Bausteine.

Addition und Durchlässigkeit.

Umwandlung der Werkstoffe.

Methoden vergessen.

Disparate Zeitlichkeit.

Das Vorher und das Folgende.

Zugriffe und Relation.

Abdrücke nach Außen und Innen.

Inhaltliche Analogie.

Dinge vor der Sprache.

(Matthias Bernhard, 2025)

Die Brüder Matthias ( * 1985) und Maximilian ( * 1990) Bernhard wurden beide in Kitzbühel geboren.
Matthias ist Maler (Klasse Gunther Damisch, AdbK Wien), Max Bildhauer (Klasse Harald Klingelhöller, AdbK Karlsruhe).

Was beide verbindet, ist das Bekenntnis zu einer offenen Form und einem prozesshaften Arbeiten. Beiden geht es

um ein Aufheben von Grenzen. Gemeint sind einerseits die klassischen Gattungsgrenzen, andererseits aber auch jene

zwischen Kunst und Leben. (Dr. Günther Moschig)

https://matthiasbernhard.com/
https://www.maximilianbernhard.com/




Persona

Michael Baumgartner

Kuratiert von Ute Burkhardt-Bodenwinkler und

Peter Balogh

Magazin Mayergasse in Kooperation mit fAN

Eröffnung: 16.05.2025, 18:00

Es spricht Dr. Andreas Spiegl

Ausstellungsdauer 17.05.2025-07.07.2025

Finissage 07.07.2025, 18:00

18:00 Robert Pfaller spricht über “Das Lachen der Ungetäuschten”

19:00 Elisabeth Flunger Soloperformance mit Metallobjekten

20:00 Studio Visit Michael Baumgartner, Mayergasse 5

Personae

Persona kommt vom lateinischen per-sonare, durchtönen und bezeichnet eine Theatermaske im kultischen Theater. Diese ursprünglich griechischen Masken besitzen eine trichterförmige Mundöffnung, durch die gesprochen wird, daher personare.

Das Gesicht, lateinisch facies, so meine Behauptung, ist immer eine Maske.

So etwas wie das wahre Gesicht gibt es nicht. Immer spielen wir eine Rolle. Das Antlitz ist für uns Menschen wohl die interessanteste Oberfläche auf der Welt und stellt in der nonverbalen Kommunikation der Primaten sicher den wichtigsten Teil dar. Alle Emotionen werden vor allem durch das Gesicht ausgedrückt, sind in ihm zu lesen. Wir sind von Kleinkindesalter an geschult darin zu lesen.

Sehr schnell ziehe ich mit dem Pinsel ein Oval, setze mit hingeworfenen  Tupfern Augen, Brauen und Nasenlöcher. Am schwierigsten ist der Mund, dabei kann am meisten schief gehen. Unglaublich, wieviel der Bruchteil eines Millimeters in den Mundwinkeln auf oder ab ausmacht. Diese Gesichter sind keine Portraits. Wie ein Gesicht am Ende aussieht, entwickelt sich im Prozess und ist nur begrenzt steuerbar. Ich versuche es zu lernen.

Der Blickwinkel auf die Gesichter wird nie verändert. Alle sind mehr oder weniger gleich und doch so verschieden. Stilisierte, stereotype Striche für Haare, männliche oder weibliche Frisur, entscheiden ob ein Mann oder eine Frau zu erkennen ist. Oft bleibt das auch unentschieden.

Die Anmutung dieser Gesichter, Personae, ist asiatisch, japanisch und das kommt nicht von ungefähr: Meine Tochter hat mir vor 2 Jahren zu Weihnachten ein japanisches Tuschmalerei Set geschenkt, mit Sumi-e Pinseln, Reibetusche und Sumipapier. Erst wußte ich nicht, was damit tun. Bald war ich bei Gesichtern und habe immer weiter gemacht. Diese Art der meditativen Wiederholung ist etwas spezifisch asiatisches, etwas, dem auch ich viel abgewinnen kann. In frühen Copy Art Versuchen habe ich mich  schon darin geübt.

Auch in meinen partizipativen, performativen Spiegelskulpturen interessieren mich Gesichter, Blicke, das einander Wahrnehmen, einander Erkennen. Das Dialogische ist eine Grundkonstante in meinem Werk, das Gegenüber-Sein einer Person ist immer da.

Die Arbeit an diesen Personae sehe ich als meditative Übung. Ich habe in 2 Jahren mehr als 5000 von diesen Arbeiten gemacht und sehe ihre Herstellung immer noch  als Übung. Laut Richard Sennet muss man sich    10 000 Stunden mit etwas beschäftigen, etwas tun, bis man es beherrscht. Aber darum geht es gar nicht. Es geht um Leichtigkeit, vielleicht um Eleganz, im schnellen Hinwerfen. Es bleibt ein Üben. Ich will nichts, jedenfalls nicht Meisterschaft. Dennoch bin ich sehr streng im Auswählen der Gesichter, die ich zeige. Es sind immer nur um die hundert Blätter. Dabei suche ich Unterschiede. Ich möchte ein breites Spektrum an Charakteren vorstellen.  Es ist bisher vielleicht nur eine Handvoll wirklich berührender Zeichnungen entstanden. Und es ist immer der Zauber des Moments, wenn eine dieser besonderen, guten Arbeit entsteht, der mich antreibt weiter zu machen.  Zen oder die Kunst des Gesichterzeichnens.  (Michael Baumgartner, 2025)

Robert Pfaller

Robert Pfaller: Das Lachen der Ungetäuschten.

Die philosophische Würde der Komödie

Vortrag 07.06.2025 , 18:30

Kunstverein Magazin Mayergasse in Kooperation mit fAN

1020 Wien, Mayergasse 3

Das lachen der Ungetäuschten

Lachen, Humor, Komik: Das scheint nur dem Menschen eigen. So eigen, dass er daraus eine Kunstform machte – die Komödie. Doch was bringt uns zum Lachen und warum? Welche Rolle spielen das Politische, Gesellschaftliche, Anständige und Unanständige dabei? Was sagen Freud und Lacan dazu? Philosoph Robert Pfaller beschäftigt sich mit der Würde der Komödie und fragt nach dem Lachen der Ungetäuschten. Mit Hilfe von Filmen wie denen von Ernst Lubitsch oder Serien wie “Sex and the City” untersucht er den Zusammenhang zwischen Komödie und dem Unheimlichen, dem Materialismus, der Sexualität und Polygamie, erklärt, was das Unter-Ich damit zu tun haben könnte und wo das Genießen zu finden ist. Eine so überraschende wie unterhaltsame Theorie der Komödie.

Robert Pfaller, geboren 1962, studierte Philosophie in Wien und Berlin und ist nach Gastprofessuren in Chicago, Berlin, Zürich und Straßburg Professor für Philosophie an der Kunstuniversität Linz. Von 2009 bis 2014 war er Professor für Philosophie an der Universität für angewandte Kunst Wien. Zahlreiche Publikationen u.a. Erwachsenensprache. Über ihr Verschwinden aus Politik und Kultur (2017), Die blitzenden Waffen. Über die Macht der Form (2020). 2020 wurde ihm der Paul-Watzlawick-Ehrenring verliehen. https://www.robert-pfaller.com

Die Komödie handelt vom Gelingen des Großartigen.“ Robert Pfaller