2019

Michelangelo Caravaggio, Narcissus

Salon 2 – dancing art – Prêt-à-monter
fAN in Kooperation Paris Internationale
Bobby Dowler, Marie Jacotey, Kristin Kelich, Elfried Osen

Venue: 16 Rue Alfred de Vigny, 75008 Paris
Duration: October 16 – October 20, 2019

Salon 2 stands in the tradition of salon culture, a predominantly female cultural-historical phenomenon in Europe of the 17th to 20th centuries, in the European metropolises of Berlin, Vienna, Paris. salon#2 represents an intimate, public discussion, presentation and communication forum. It is also about the private in the public sphere and the public in the private sphere.

A multi-faceted contact, a confrontation, that promises a phase of change. What are the motifs and conditions that enable certain actors to think or do something specific, at a certain point in time and further transcend the spaces of thought and action assigned to their subjective positions?
The artistic positions shown here negotiate aesthetic, ideological and strategic lines of rupture in various ways.
The artists Marie Jacotey, Kristin Kelich, Bobby Dowler and Elfried Osen host the salon, which consists of a comfortable room, gin tonic and cucumber sandwiches and a moderater that presents the artwork of the meeting.

If the guests are welcomed successfully and the presentations are set in motion and properly executed to the delight of the now cheerful crowd of art fanatics; it is time to let the party get started. And later on spice some things up- a „Mordrake Monitor” will be installed on the presenting artists head, this ingenious invention of Elfried Osen allows even the part of the friendscircle, who is fond of art, but too lazy or not willing to participate in physical form (and thus choose the anonymity of the internet), to take part in the happening. As a kind of penalty for their absence, their perspective will be bound to the back of the head of the presenting artist, damned never neither to be part of any kind of conversation the artist holds, nor getting to know the artist- BUT! There is always another side to the coin- if the artist was not able to verbaly present the art well enough or even if his art is ill perceived, the internet spectator might be able to catch a bit of chattery behind the artists back.


Abb.: 1 Mater Pfaller, 2 Samsonovscher Haarschopf, 3 Hohensteiner Thunfisch mit Goldflasche, Valentin Postlmayr, 2019

The Dissident Goddesses’ Network, Temple #1
Valentin Postlmayr

Opening: Tuesday, September 24, 2019, 7pm
Venue: fAN Kunstverein @ Parallel Vienna, Lassallestrasse 5, 1020 Wien
Duration: September 24 – September 29, 2019
Opening Times: Tuesday 17:00-22:00, Wednesday – Sunday 12:00-19:00

In cooperation with The Dissident Goddesses’ Network, the Academy of Fine Arts, Vienna and Forum Morgen, Kunstverein fAN will be showing the works of artist Valentin Postlmayr at the Parallel Vienna from 24.09.-29.09.2019. The works shown in Temple #1 are to be understood as a reference and homage to the dissident goddesses Elisabeth von Samsonow, Felicitas Thun-Hohenstein and Robert Pfaller.

We note that it is absolutely necessary to provide citizens with new discursive spaces. As long as society needs it, we will continue with the realization of the so called Pop Up temples. Characteristic of the prevailing neoliberal ideology is the exclamation “Be yourself! This ideology has succeeded in suggesting to large sections of the population that they are at their freest and happiest when they are completely with themselves. What is forgotten is that they need something else for happiness and freedom – the possibility to be something else than themselves; something dignified, divine, elegant, clever – or even something neutral. A political power also depends on the possibility of such a role of the “public man” in the sense of Sennett. Only in this public role can we be citoyennes in the sense of the French Revolution, i.e. people who take care of matters of general interest; who not only have their private interests in mind. 

Ihm Rahmen der Parallel Vienna vom 24.09.-29.09.2019 zeigt der Kunstverein fAN in Kooperation mit The Dissident Goddesses‘ Network, der Akademie der bildenden Künste, Wien und dem Forum Morgen die Arbeiten des Künstlers Valentin Postlmayr. Die im Temple#1 gezeigten Arbeiten sind als Referenz und Huldigung der Dissidenten Göttinnen Elisabeth von Samsonow, Felicitas Thun-Hohenstein und Robert Pfaller zu verstehen.

Wir stellen fest, dass es unbedingt notwendig ist den Bürgerinnen neue diskursive Räume zur Verfügung zu stellen. Solange es die Gesellschaft benötigt werden wir mit der Realisierung der s.g. Pop Up Tempel fortfahren. Bezeichnend für die vorherrschende neoliberale Ideologie ist der Ausruf „Be yourself!“. Es ist dieser Ideologie gelungen, großen Bevölkerungsgruppen die Vorstellung zu suggerieren, sie wären dann am freiesten und glücklichsten, wenn sie ganz bei sich selbst sind. Was dabei vergessen wird ist, dass sie zum Glück und zur Freiheit noch etwas anderes benötigen – nämlich die Möglichkeit etwas anderes zu sein, als sie selbst; etwas Würdevolles, Göttliches, Elegantes, Kluges – oder auch nur etwas Neutrales. Von der Möglichkeit, eine solche Rolle des „public man“ im Sinne Sennetts hängt auch eine politische Handlungsmacht ab. Nur in dieser öffentlichen Rolle können wir citoyennes im Sinn der Französischen Revolution sein, also Leute, die sich um Angelegenheiten von allgemeinem Interesse kümmern; die nicht nur ihre Privatinteressen im Sinn haben.


Internationales Symposium, Mistelbach 13.-15.09.2019, performance by Valentin Postlmayr

Zeitgenössische Vorgeschichten – Mütter, Venusse, Göttinnen
Das Vermächtnis der weiblichen Figuren aus der Vorgeschichte

Venue: MAMUZ Museum Mistelbach, Asparn an der Zaya
Duration: September 13 – September 15, 2019

Ute Burkhardt-Bodenwinkler, Academy of Fine Arts Vienna: The Idea of a Digital Data Set for a Pop-up Temple – A Suggestion for Lower Austria; Performance by Valentin Postlmayr, Dame Etna

1 Das Projekt versucht der gesellschaftlichen Tendenz des Verschwindens des öffentlichen Raums mit den Mitteln der Zurverfügungstellung neuer Verhandlungsräume entgegenzuwirken. Es wird behauptet das das Private verschwindet doch das Gegenteil ist wahr. Der öffentliche Raum wird zunehmend privatisiert. Eine ästhetische, politische und solidarische Teilhabe durch alle Bürgerinnen wird zunehmend eingeschränkt.

2 Die pneumatische Pop Up Architektur ist hier als eine Metapher für die von Eli Pariser so genannten Echokammern zu verstehen. „My Home is my Bubble“. Pariser beschreibt mit diesem Effekt eine fragmentierte Gesellschaft, eine Gesellschaft die sich nur mehr mit Gleichgesinnten umgibt (auch hier sind die Dissidenten Göttinnen gefragt) und allein deren Meinungen zur Kenntnis nimmt. Wir leben sozusagen jeder in unserer eigenen Bubble. Die hier gezeigten „Inflatables“ besitzen ein Vakuum, ein Vakuum das sich mit eigener, gesellschaftlich relevanter Vorstellungen füllen kann. Zugleich besitzt diese Form eine hauchdünne Oberfläche für mögliche Projektionen. Die Frage nach einer neuen Grenze, einer Grenze zwischen Innen und Außen taucht auf. Wie gehen wir um mit einer durchlässigen Membran, einer Schnittfläche und Nahstelle. Die dünne Haut der Aufblasbaren Objekte ist eine durchlässige Linie die dennoch neue Öffentliche Räume markiert.

3 Entlang, gedachter imaginärer Linien auf der Weltkarte (ähnlich den s.g. Dreamlines der Aborignies) tauchen unsere Tempel auf. Für all die großartigen, vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Dissidenten Göttinnen stellen die Tempel öffentlichen Raum zur Verfügung. Bereits im Jahr 1972 im Rahmen der documenta 5 in Kassel, zur Zeit der zweiten Welle des Feminismus wurde der erste Tempel für die Dissidenten Göttinnen als eine Art parasitärer Architektur realisiert. Die über die letzten Jahrzehnte geschaffenen Tempel stellen Orte des Wissens dar, das dort generierte Wissen wandert von Tempel zu Tempel. Das Wissen wandert sozusagen immer mit den Menschen, den Göttinnen mit.

4 Diese öffentlichen Orte stellen Möglichkeiten zur Transformation zur Verfügung. In Form alltäglicher Rituale werden hierbei Momente der Empathie, der Solidarität und der ästhetischen Teilhabe für Bürgerinnen, für alle Dissidenten Göttinnen ermöglicht und für eine breite Öffentlichkeit sichtbar und erlebbar gemacht. Das in den einzelnen Tempel generierte Wissen überzieht inzwischen Europa.

5 Die Pop Up Tempel wurden auch in Zusammenarbeit mit der Ministerin für Heimatschmutz, Barbara Ungepflegt, in Form zahlreicher Zwischennutzungsprojekte realisiert. U.a. das Projekt Airpnp am Wallensteinplatz, hierbei wird der nüchterne Un-Ort und Transitraum Haltestelle zum Möglichkeitsraum, zum Pop Up Tempel. Wir sind sehr geehrt die Ministerin für Heimatschmutz hier begrüßen zu dürfen. Wir planen einen Architekturpreis für so genannte Tempelbüros ins Leben zu rufen. Der erste Preisträger steht bereits fest. Es ist das Büro der Ministerin für Heimatschmutz an der Musikuniversität in Wien. Hier sehen sie ein Bild des Pop Up Tempel Büros.

6 Wir stellen fest, dass es unbedingt notwendig ist den Bürgerinnen neue diskursive Räume zur Verfügung zu stellen. Solange es die Gesellschaft benötigt werden wir mit der Realisierung der s.g. Pop Up Tempel fortfahren. Wir laden sie ein den nächsten Pop Up Tempel im Rahmen der Parallel Vienna vom 24.- 29.9. zu besuchen. In diesem Tempel werden Arbeiten des Künstlers Valentin Postlmayr zu sehen sein. Seine Arbeiten sind als Referenz und Huldigung der Dissidenten Göttinnen Elisabeth von Samsonow, Felicitas Thun-Hohenstein und Gott Robert Pfaller zu verstehen.

7 Bezeichnend für die vorherrschende neoliberale Ideologie ist der Ausruf „Be yourself!“. Es ist dieser Ideologie gelungen, großen Bevölkerungsgruppen die Vorstellung zu suggerieren, sie wären dann am freiesten und glücklichsten, wenn sie ganz bei sich selbst sind. Was dabei vergessen wird ist dass sie zum Glück und zur Freiheit noch etwas anderes benötigen – nämlich die Möglichkeit etwas anderes zu sein, als sie selbst; etwas Würdevolles, Göttliches, Elegantes, Kluges – oder auch nur etwas Neutrales. Von der Möglichkeit, eine solche Rolle des „public man“ im Sinne Sennetts hängt auch eine politische Handlungsmacht ab. Nur in dieser öffentlichen Rolle können wir citoyennes im Sinn der Französischen Revolution sein, also Leute, die sich um Angelegenheiten von allgemeinem Interesse kümmern; die nicht nur ihre Privatinteressen im Sinn haben.


Design by Eichinger Offices

3D Druck. Mobiler, temporärer Ausstellungsraum. Morzinplatz, Wien
Kooperation mit Gregor Eichinger Offices, OFROOM Christine Bärnthaler, Firma Baumit

Opening: Wednesday, June 26, 2019, 7pm
Venue: Morzinplatz, 1010 Wien
Duration: June 26 – June 30, 2019

Versuchen wir das Unmögliche. Wir leben im Zeitalter großer Bewegungen, was einer der Gründe ist, warum der Kunstverein fAN der Idee eines mobilen, temporären Kunstraums folgt. Wir entwickeln, gemeinsam mit  Eichinger Offices, einen multifunktionalen, kleinen Pavillon, der eine unabhängige Begegnung zwischen Kunst und Stadt ermöglicht. Kunst sollte jedoch kein “kreativer Katalysator” sein, sondern als gesellschaftlich relevanter Faktor sichtbar werden. Die emanzipatorische Kraft der Kunst ermöglicht es, das “Fremde” für unsere Gesellschaft identitätsstiftend zu integrieren, die Öffentlichkeit nicht als einen Ort “nestwarmer” Gemeinschaften zu verstehen, sondern ein Bild dessen zu schaffen, was das Recht auf Gesellschaft, das Recht auf streitbare Kunst und das Recht auf eine vielfältige Gemeinschaft darstellt, einen Ort für unsere karge Gesellschaft. Dieser neue mobile und temporäre Kunstraum soll ein Zeichen dafür sein.


Photo: Kristin Kelich

Speak Love.
Marie Jacotey, Valentin Postlmayr

Opening: Friday, May 24, 2019, 7pm
Venue: fAN Kunstverein @ Das Packhaus, Am Heumarkt 4, 1030 Wien
Duration: May 24 – June 3, 2019

Die Verführung durch die Sprache der Form prägt diesen Moment des Austausches, zwischen Marie Jacotey und Valentin Postlmayr. Dieser facettenreiche Kontakt, diese eine Konfrontation verspricht eine Phase des Wandels. Was sind nun die Motive und Bedingungen, die es bestimmten Akteuren ermöglichen, zu einem bestimmten Zeitpunkt etwas Bestimmtes zu denken oder zu tun und damit die ihren Subjektpositionen zugeordneten Denk- und Handlungsräume zu überschreiten? Die hier gezeigten künstlerischen Positionen verhandeln, ganz unterschiedlich, ästhetische, ideologische und strategische Bruchlinien. Es geht hierbei auch um das Private im Öffentlichen und um das Öffentliche im Privaten.
Heute wird oft behauptet, in unserer totalen Mediengesellschaft mit ihrer Kultur der öffentlichen Geständnisse und digitalen Überwachungsmöglichkeiten verschwinde die Privatsphäre. Das Gegenteil ist wahr: Es ist vielmehr der öffentliche Raum, der verschwindet. Der Kunstverein fAN versucht diesem Verschwinden entgegenzuwirken, einen Raum der Kunst und für die Kunst zu öffnen, einen Raum des Diskurses zu ermöglichen, einen Raum der für eine streitbare Kultur – entgegen allen Homogenisierungsversuchen- Rückhalt bietet. Kulturimagines und Diskurse sind insofern die Grundlage von Gesellschaften, als sie das soziale Band darstellen, das in einem bestimmten Raum und in einer bestimmten Epoche Menschen in verbindlichen Austausch zueinander treten lässt. Innerhalb der Kulturbildungen kommt noch der Kunst eine bedeutsame Rolle zu, weil in ihr gemeinschaftliche und gesellschaftliche Werthaltungen im Hinblick auf ein Ideal geschaffen und gepflegt werden, indem das, wozu sich der Mensch getrieben sieht in sublimster Weise sich auszudrücken versucht.

The seduction by the language of form shapes this moment of exchange between Marie Jacotey and Valentin Postlmayr. This multi-faceted contact, this confrontation, promises a phase of change. What are the motifs and conditions that enable certain actors to think or do something specific at a certain point in time and thus to transcend the spaces of thought and action assigned to their subject positions? The artistic positions shown here negotiate aesthetic, ideological and strategic lines of rupture in very different ways. It is also about the private in the public sphere and the public in the private sphere. The Kunstverein fAN tries to counteract this disappearance, to open a space of art and for art, to enable a space of discourse, a space that offers support for a contentious culture – against all attempts at homogenization. Cultural imagines and discourses are the basis of societies insofar as they represent the social bond that allows people to enter into a binding exchange with one another in a certain space and in a certain epoch. Within the cultural formations, art still plays an important role, because in it communal and social values are created and cultivated with regard to an ideal, by trying to express in the sublimest way what man is driven to do. (Ute Burkhardt-Bodenwinkler, 2019)


Salon #1
Violetta Ehnsperg, Kristin Kelich

Date: Sunday, June 2, 2019, 6pm
Venue: fAN Kunstverein @ Renngasse, 1010 Wien

fAN in Kooperation mit Franziska Helmreich

In einer Fortführung der Tradition der Wiener Salons des späten 18. Jahrhunderts, als Orte einer neuen Öffentlichkeit, als Ort zwischen den Sphären von Privat und Öffentlich, als ein Forum einer Emanzipation der Bürgerinnen im Sinne von Citoyens, versucht dieses Projekt eine Art Rekuperation durch die Fortsetzung der Wiener Kunstavantgarde des ersten Bezirks nach 1945. Performative Präsentation der Arbeiten von Kristin Kelich und Violetta Ehnsperg. Lustvolles Sehen, sprechen und hören bei Gin, Tee und Cucumber Sandwiches.

Kristin Kelich geboren am 28.03.1988 in Burghausen (Deutschland)
Lebt und arbeitet in Wien. Studium der Kunstgeschichte, Universität Wien und auf der Akademie der bildenden Künste Wien/ Erweiterter malerischer Raum bei Daniel Richter, Grafik und druckgrafische Techniken bei Gunter Damisch, Akademie der bildenden Künste Wien. 2015 Diplom
www.kristinkelich.net

Violetta Ehnsperg geboren 1991 in Graz. Österreichische Künstlerin mit Thailändischen Wurzeln. Seit 2015 Akademie der bildenden Künste Wien (Klasse Erwin Bohatsch und Mona Hahn). In ihren Installationen befasst sie sich mit der Geschichte und den Traditionen ihrer Kultur sowie mit Unterthemen wie Identität, Geschlecht, Erinnerung. In ihren Arbeiten findet sich oft autobiographisches Material und zahlreiche Details zu ihrer Kindheit. Seit 2018 widmet sie sich mehr und mehr der abstrakten Malerei. Violetta Ehnsperg lebt und arbeitet in Wien.

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